Guerilla Vision
Open-Air-Video-Projektionen (Screenings)
sind ein Aktionsmittel, um Menschen auf eine direkte
Art und Weise mit bestimmten Themen und
Meinungen zu konfrontieren. Ein Aktionsmittel wie
Flugblätter verteilen oder eine Kundgebung
machen, aber dieses Mal mit dem Medium Video.
Ein Screening kann spontan stattfinden
an einem durch uns selbst bestimmten Ort, zu einer von
uns gewollten Zeit. Gegen-Information
wird gezeigt, und durch die ungewöhnliche Aktionsform
entsteht die Möglichkeit zur direkten
Interaktion mit den Menschen vor Ort. Um den
Überraschungseffekt zu verstärken,
den wir als wichtigen Moment bei der Aktion sehen, denken
wir, dass es besser ist, nicht um Erlaubnis
dafür zu fragen.
Ein Screening kann für sich selbst
stehen, oder im Zusammenhang mit anderen Aktivitäten
und/oder Kampagnen. Es ist ein Teil der
alternativen Medien, und versorgt Menschen mit
Informationen und Meinungen, für
die in den regulären Medien kein Platz ist. Es ist ein
Konfrontationsmittel, und kann Bewusstsein
schaffen für bestimmte Tatsachen oder
Zusammenhänge. Screenings können
für verschiedene Themen gemacht werden, die Aktion
selbst ist ein Mittel, um Interesse zu
wecken.
Was brauchst du für ein Screening?
*ein Video mit kurzen Clips und deutlichen
Botschaften
*einen Video-Recorder
*einen Videoprojektor (Beamer)
*eine Leinwand
*eine Musikanlage für den Sound vom
Video-Recorder, andere Musik und/oder Redebeiträe
*einen kleinen LKW (der dann auch Bühne
sein kann) oder ähnliches
*evtl Flyer, die die über das Thema,
um das es geht, weiter aufklären
*Spass und gute Laune
Erfahrungen
Es hat bisher gute Erfahrungen damit gegeben,
Screenings vor den Häusern von Neonazis zu
machen, um sie und ihre Strukturen ans
Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Bei einer anderen
Aktion ist ein Screening gemacht worden
in einem Stadtzentrum, in dem Kamera-Überwachung
eingeführt worden ist, um deutlich
zu machen, was für Konsequenzen das für die Bewohner
haben kann. Aus der "was brauchst du für
ein screening"-Liste wird deutlich, dass ein Screening
relativ einfach zu organisieren ist. Die
Erfahrung zeigt aber auch, dass doch das ein oder andere
schief gehen kann, darum teste die Geräte
vorher einmal durch. Bevor es los geht, am besten
einen doppelten Check machen. Bei einer
Aktion hatte jemand ein Scartkabel mitgegeben, dass
dann nicht in den Videorecorder passte...
glücklicherweise gab es ein Ersatzkabel. Leider kann
man nicht alles in Reserve mitnehmen.
Bei einer Aktion war der Videorecorder kaputt, und
musste die Aktion daraufhin abgebrochen
werden. Es ist das beste, eine tragbare Leinwand
(z.B. aus Dachlatten und einem Bettlaken)
mitzunehmen, dass erhöht die Flexibilität. Am besten
ist eine dünnere Leinwand, durch
die man hin projizieren kann: die Zuschauer können dann auf
der Rückseite stehen, wo mehr Platz
ist. Natürlich muss der Videoprojektor dann auch negativ
projizieren können. Um einen guten
Platz für das Screening zu finden, ist es günstig, ein paar
Tage vorher in der Umgebung herumzuschauen.
Ist der Platz einfach zu erreichen für das Auto,
kommt man auch gut wieder weg? Um welche
Zeit ist es dunkel genug? Eine Aktion fand auf
einem perfekten Platz statt, aber in dem
Augenblick, als das Video anfing, ging über der
Leinwand eine 3000 Watt-Lampe an! Normale
Projektoren kann man nur dann benutzen, wenn
es dunkel genug ist. Es gibt auch welche,
die man benutzen kann, wenn es noch heller ist, aber
die sind total teuer. Sind genug Menschen
da? Es ist wichtig, eine Gruppe Menschen zu haben,
die die Aktion unterstützen,
damit es für die Polizei nicht so einfach ist, dich sofort wieder
wegzuschicken. Du kannst die Aktion natürlich auch ankündigen.
Wir glauben, dass Menschen
sich mehr für die Aktion interessieren,
und sie hinterher besser im Gedächtnis behalten, wenn sie
die Aktion nicht erwartet haben.
Der Überraschungseffekt ist auch
in der Hinsicht wichtig, dass es für die Polizei schwieriger wird,
um zu reagieren. Es ist gut, wenn sich
zwei-drei Menschen darauf vorbereiten, mit der Polizei zu
sprechen, vor allem, um Zeit zu gewinnen.
Die Aktion beansprucht auch den öffentlichen Raum für
sich, und da sollten wir eigentlich nicht
für um Erlaubnis fragen. Dieses Mal benutzen wir den
öffentlichen Raum, um unsere Version
der Dinge zu zeigen.
Bis zum nächsten Mal!